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Montag, 31. März 2025

ILB: Gute zwei Milliarden Euro Fördermittel für Brandenburg in 2024

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Potsdam – Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) hat im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von 2,03 Milliarden Euro für knapp 4.300 Vorhaben zugesagt.

Ein Schwerpunkt war auch 2024 die Unterstützung des Strukturwandels in der Lausitz, die zusätzlich zum Strukturstärkungsgesetz von Mitteln aus dem Just Transition Fund (JTF) der EU profitiert hat. Neben der Förderung der gewerblichen Wirtschaft wurde das Ergebnis getragen durch hohe Zusagen im Bereich wirtschaftsnaher und kommunaler Infrastruktur – hier vor allem durch den Breitbandausbau – sowie der Eigenkapital- und Gründungsfinanzierung.

Robert Crumbach, Finanzminister des Landes Brandenburg und neuer Vorsitzender des Verwaltungsrates der ILB, sagte anlässlich des Ergebnisses: „Deutschlands Wirtschaft steckt seit längerem in der Krise, im vierten Quartal 2024 betrug die Wirtschaftsleistung bundesweit sogar überraschend deutlich 0,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Diese schwächelnde Konjunktur aufgrund weltwirtschaftlicher Krisen und nationaler Unsicherheiten spüren wir auch zunehmend bei uns in Brandenburg. In diese Situation muss man die Bilanz unserer Förderbank einordnen. Denn vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfeldes kann die ILB heute eine wirklich gute Förderbilanz für das Jahr 2024 präsentieren. Trotz der schwachen Konjunktur konnte sie rund 4.300 Förderzusagen geben, die zu Investitionen von knapp 3 Milliarden Euro in Brandenburg führen werden – das ist enorm wichtig für unser Land als Wirtschaftsstandort. Als Geschäftsbesorgerin des Landes hat die Bank 2024 knapp 1,5 Milliarden Euro an Fördermitteln ausgereicht, hinzu kommen über 500 Millionen Euro an zinsverbilligten Förderdarlehen aus Eigenprogrammen.“ Die ILB unterstreiche damit ihre wichtige Rolle als Partnerin der Landesregierung. Crumbach weiter: „Die Möglichkeiten der Bank, öffentliche Förderung auch in Zeiten knapper Haushalte zusätzlich zu flankieren, sind ein großer Vorteil. Für die gute Arbeit 2024 möchte ich mich auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank ausdrücklich bedanken.“

Ulrich Scheppan, seit Mai 2024 neuer Vorstandsvorsitzender der ILB, erklärte: „2024 war ein Jahr der Innovation und Zukunftssicherung für Brandenburg – und wir als Förderbank durften einen entscheidenden Beitrag dafür leisten. Mit einem Fördervolumen von guten zwei Milliarden Euro haben wir das Fundament für Wachstum, Stabilität und nachhaltigen Fortschritt in Brandenburg gestärkt. Damit wurden über 3.700 Arbeitsplätze neu geschaffen und gesichert. Diese Zahlen stehen für Chancen – für starke Unternehmen, moderne Schulen, lebenswerte Städte und für eine zukunftsfeste Infrastruktur. Und als gebürtiger Elsterwerdaer freut es mich besonders, mit der ILB jeden Tag etwas zum Wohle meiner Heimat beitragen zu können. In den kommenden Jahren möchte ich die ILB noch stärker als erste Anlaufstelle für Förderung und Finanzierung in Brandenburg verankern. Als Unterstützerin guter Ideen und als verlässliche Partnerin der Landesregierung.“

Geschäftsfeld Fördervolumen 2024
(Euro)
Zusagen
2024 (Anzahl)
Infrastruktur 1.087 Mio. 373
Wirtschaft 463 Mio. 1.935
Wohnungsbau 413 Mio. 642
Arbeit 62 Mio. 1.348
Gesamt 2.025 Mio. 4.298

Hinweis: In den Anlagen zur Pressemitteilung finden Sie auch einen regionalen Überblick über die Verteilung der Fördermittel auf die Landkreise und kreisfreien Städte.

Die Infrastrukturförderung hatte den größten Anteil am guten Förderergebnis 2024. So wurden rund 296 Millionen Euro aus dem Strukturstärkungsgesetz in 16 größeren Vorhaben in der Lausitz zugesagt. Ziel des Programmes: Die Folgen des Ausstieges aus der Kohleverstromung sollen abgemildert und die Transformation der Region unterstützt werden. Auch der Breitbandausbau war ein Schwerpunkt. Er ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung und für digitale Geschäftsmodelle. Dafür wurden knapp 340 Millionen Euro für die Landkreise und kreisfreien Städte zugesagt. Die Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur war 2024 mit einer Fördersumme von rund 43 Millionen Euro ebenfalls gut nachgefragt. Dahinter stehen zum Beispiel die Erschließung von Industrie- und Gewerbeflächen, die Anbindung an Straßen- und Schienennetze sowie die Errichtung und der Ausbau von Forschungsinfrastrukturen.

Die gewerbliche Wirtschaftsförderung war vom Anlaufen der JTF Unternehmensförderung geprägt. Das Programm bietet eine wichtige Ergänzung zum Strukturstärkungsgesetz, denn darüber können nun auch vom Strukturwandel betroffene Unternehmen im Lausitzer Revier direkt gefördert werden – und das mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Entsprechend hoch war die Nachfrage, die ILB hat über 103 Millionen Euro für rund 300 Vorhaben zugesagt. Erfreulich fiel trotz des angespannten Marktumfeldes auch die Nachfrage nach Gründungsfinanzierungen aus. Mit dem Ende 2023 neu aufgelegten Eigenkapitalfonds wurden knapp 20 Millionen Euro in 37 innovative Brandenburger Start-ups und KMU investiert – und damit zusätzliche 65 Millionen Euro an privatem Kapital eingesammelt. So behauptet Brandenburg seinen Platz als Nummer 1 der ostdeutschen Bundesländer bei den Unternehmensgründungen.

Auch im Wohnungsbau – einem der aktuell gesellschaftlich wichtigsten Themenfelder – konnte die ILB 2024 ihre Zusagen steigern, wodurch über 1.400 vorrangig klima- und generationengerechte Wohneinheiten in Brandenburg neu gebaut oder modernisiert werden. Knapp 212 Millionen Euro wurden allein im Rahmen der Geschäftsbesorgung für den sozialen, mitpreisgebundenen Wohnungsbau zugesagt. Die Nachfrage hat das zur Verfügung stehende Förderbudget übertroffen, sodass viele Beratungen stattgefunden haben, die voraussichtlich zu weiteren Förderzusagen 2025 führen werden. Zusätzlich konnten dringend benötigte Studierenden-Wohnungen und Wohnheim-Plätze gefördert werden.

Der Fachkräftemangel bleibt neben den konjunkturellen und geopolitischen Herausforderungen eines der größten Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes Brandenburg. Daher lag in der Arbeitsförderung 2024 auch wieder ein Schwerpunkt auf den Themenfeldern Berufsorientierung, Ausbildung und betrieblicher Weiterbildung. Hier wurden über 40 Millionen Euro für knapp 1.300 Vorhaben zugesagt. Die aktuelle Weiterbildungsrichtlinie ist dabei ein gutes Angebot zur Kompetenzentwicklung von Beschäftigten. Fördergelder können sowohl von Unternehmen als auch direkt von Privatpersonen beantragt werden, wobei der Fördersatz bis zu 60 Prozent beträgt.

Ausblick 2025

Für das laufende Jahr plant die ILB erneut mit Zusagen in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro. Außerdem wird der Start neuer Förderprogramme erwartet, so zum Beispiel in der Arbeitsförderung zur gesellschaftlich relevanten Frage der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Bank wird sich auch weiter um das wichtige Thema Bürokratieabbau kümmern. Die Landesregierung hat dafür den Sonderausschuss Bürokratieabbau eingerichtet, in den sich die ILB aktiv einbringen wird. Das langfristige Ziel für die ILB ist es, spürbare Verbesserungen für die Kundinnen und Kunden sowie für die Verwaltung zu erreichen.

Schließlich soll die eigene Digitalisierung und die Verbesserung des Kundenservices weiter vorangetrieben werden. Dafür erneuert die ILB ihr Kernbankensystem, welches die Grundlage für die Digitalisierung aller Arbeitsprozesse bildet. Es soll dabei helfen, die Prozesse effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten, sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeitenden der Bank.

Die ILB seit ihrer Gründung

Seit ihrer Gründung 1990 hat die ILB insgesamt mehr als 274.000 Vorhaben begleitet und dabei über 54 Milliarden Euro für Brandenburg zugesagt. Mit diesen Fördermitteln konnten Investitionen in Höhe von rund 106 Milliarden Euro angeschoben werden. Jeder Förder-Euro der ILB hat also knapp zwei Euro an Investitionen ausgelöst. Dadurch wurden insgesamt mehr als 188.000 neue Arbeitsplätze in Brandenburg geschaffen. Die ILB hat aktuell über 900 Mitarbeitende und beschäftigt Menschen aus rund 30 verschiedenen Nationen.

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